Nach vielen technischen Revolutionen während meines beruflichen Studio-Lebens erprobe ich jetzt als Rentner die Anfänge generativer KI. Dabei ist sicher: Was ich hier versuche, wird in kürzester Zeit uralt erscheinen wie eine Telefonzelle.
So war das damals? Im Sommer 2026? Verrückt...
Immer häufiger fand ich in meinen Spotify-Listen Titel, die von und mit KI produziert wurden.
Kann ich das auch? Vielleicht.
Also habe ich ohne KI Songtexte geschrieben und dann mit verschiedenen KI-Generatoren weitergemacht.
Das Ergebnis war die Veröffentlichung "Hab Acht".
Immer, wenn danach "meine" Musik bei Spotify auftauchte, ärgerte mich der "Sound". Er klang nicht wirklich professionell. Also verabschiedete ich mich von meiner Stimme und veröffentlichte alle 8 Songs in der ursprünglichen KI-Version. Es entstand A.I.Acht. (Artificial Intelligence). BESSER!
Bei youtube ohne Abo hören, bei spotify , bei Apple Music , bei Amazon Music hören.
Ich habe sehr viel gelernt, über Texte, über prompts, über generative KI und die Arbeit mit Audioprogrammen. Das Wichtigste: Es hat unendlich viel Spaß gemacht, Musik machen ohne Musik machen zu können. Das ändert allerdings nichts an meiner Einstellung zu KI-Musik: Sie wird bei Spotify und Co immer dominanter, aber nicht besser. Sie ist leicht zu erkennen, trieft vor harmonischer Beliebigkeit und fühlt sich, je mehr man davon hört, an wie Musik-Seife in diversen Geschmacksrichtungen von Jazz über Blues bis zum Pop. Da ist es dann eine Wohltat, etwas Raues, Originelles und mitunter Schräges zu hören. Von richtigen Musikern.
Nächster Schritt: KI-Video zu meiner KI-Musik.
Alles, was ich der KI gab, war ein Song und 1 Foto von mir. Manchmal machte sie mich schöner, meistens weniger... wie im richtigen Leben. In dem brauchte man früher fürs Filmen noch lebende Menschen und eine Kamera. Heute nur noch ein Wünschdirwas.
Ich wollte mehr....
Da ich ein alter weißer Mann mit viel Zuneigung zu alten Autos und sentimentalen Rückwärtsfahrten in meiner Erinnerung bin, nahm ich einige alte Fotos von mir, meinem Vater und den mir wichtigsten Autos meiner Lenkradkarriere.
Was folgte, war großer technischer KI-Frust - die KI machte alles immer wieder falsch - stundenlange Arbeit, aber auch sehr viel Erinnerungs-Spaß - und am Ende ein Video, mit dem ich trotz einiger Schwächen sehr zufrieden bin.
Nachdem die Arbeit mit der Video-KI sehr umfangreich und zeitintensiv war, probierte ich es ohne persönliche Bilder und überließ der KI den ganzen Prozess: Nimm den Song, der meinen Freunden am besten gefällt, und mach, was du willst damit! Nur ein bißchen modern soll´s ausschauen. Das ließ sich die KI nicht zweimal sagen...
Nach ca. 10 Minuten war sie fertig ... und ich bafff.
Fazit: Wenn man nicht auf authentische Fotos, Charaktere, Umgebungen, Einstellungen, Anschlüsse besteht, sondern nur den groben Rahmen festlegt, der KI die Details überlässt und sie machen lässt, geht die Produktion irre schnell, sieht chic aus, und überrascht mit einer "Kreativität" und "Virtuosität", die mich nahezu sprachlos macht.
SECOND SCREEN
Alle 2-3 Minuten muss etwas passieren, weil die Zuschauer beim Serien- und Filmgucken ihr Handy in der Hand haben und sonst aus dem Film aussteigen. Aus diesem Grund ändern sich auch die Dialoge. Sie sollen beschreiben, was man sowieso sieht. Dann kann man nebenbei auch etwas anderes machen, zum Beispiel im Netz surfen.
All das wird von der KI bei der Entwicklung von Drehbüchern und Stoffen berücksichtigt. So beschrieb Philip Bovermann unter dem Titel "Filme und Serien werden immer dümmer" in der Süddeutschen jüngst die aktuellen Trends und Arbeitsprinzipien der Film-und Serienproduktion bei den "Streamern" (Netflix und Co.).
Aus diesem Grund hier mal meine aktuellen Tipps zu Serien, die das nicht berücksichtigen und unter dem Radar der Mainstream-Aufmerksamkeit laufen. Spannend, tiefgründig und originell, am besten in der OmU-Version.
Alte Schwarz-Weiß-Fotos wie von Zauberhand mit dem Smartphone in Sekundenschnelle fotografiert, ausgeschnitten, geschärft und koloriert. Meine Urgroßeltern, meine Schwester und ich in neuer Social-Media-Ästhetik.
Weitere Ergebnisse gibt es hier: