.... So aber lernt es niemand mehr richtig, denn es gibt ja immer die Technik, die es schon gerade zieht. Wir machen den zweiten vor dem ersten Schritt.
Alles, was die Auswahl der Emojis des Smartphones nicht an Gefühlen ausdrücken kann, existiert in der Wahrnehmung vieler Menschen nicht. Unlängst verglich jemand die lustigen Gesichter mit den Zeichnungen der Steinzeit und folgerte, dass wir auf die damalige Kommunikationsbreite zurückfallen. Im Grunde eine Beleidigung unserer Vorfahren und ihrer künstlerischen Talente.
Es ist nicht nur das Schreiben, das wir verlernen, einher geht auch ein Verlust an Textverständnis und Ausdrucksvermögen. Einfachste Zusammenhänge werden nicht mehr erfasst, geschweige denn durchdrungen. Die scheinbar unendlichen Möglichkeiten des Internets führen an dieser Stelle zur Verkümmerung weiterer Fähigkeiten: Wenn in der nächsten Generation kaum noch literarische, sachbezogene oder publizistische Texte gelesen werden (können), werden in der übernächsten auch keine mehr geschrieben. Im Zeitalter der unbegrenzten Kommunikation verlieren wir die Befähigung zur Sprache.“